Die Messerschmitt Me 262

Untertageverlagerung Treibstoffproduktion

Als am 12. Mai 1944 die US Airforce gezielt die deutsche Treibstoffindustrie bombardierte,erkannte die deutsche Führung sofort die damit verbundene enorme Gefahr der Treibstoffverknappung .

Es wurden die riesigen Raffinerien von Leuna,Pölitz, Brüx, Böhlen u.a. bombardiert und teilweise so schwer getroffen,daß die Treibstoffproduktion erheblich einbrach.Man nannte diese militärische allierte Operation auch "Öloffensive".

Die 8.amerikanische Luftflotte griff an diesem Tag mit 935 Bombern an.

Die chemischen Produktionsanlagen erwiesen sich dabei als überaus bombenempfindlich,denn nicht nur direkte Treffer hatten erhebliche Schäden angerichtet,sondern auch die enormen Druckwellen der Explosionen  hatten überall Undichtigkeiten in dem Installationssystemen hervorgerufen.

Die Tagesproduktion z.b. anhand des LEUNA-Werkes war von 5850 Tonnen auf 4820 Tonnen herabgesunken.

Erst nach 16 Tagen fieberhafter Reparaturarbeiten an den Rohrleitungen und Tanks konnte die Produktion wieder die alte Produktionsmenge erreichen.

Dann erfolgte am 28./29. Mai ein erneuter Bombenangriff.

Es war die 2.Welle mit 400 Bombern die die Produktionsanlagen mit ungeheurer Wucht traf.

Gleichzeitig wurden auch die rumänischen Erdölfelder von Ploesti bombardiert,mit dem Ergebnis,daß die Fördermenge um die Hälfte absank.

Darum bestellte Hitler  am 30. Mai den Geschäftsführer der Stahlwerke Braunschweig Edmund Geilenberg zu sich und ernannte ihn mit sofortiger Wirkung zum Generalkommissar für Sofortmaßnahmen.

Es wurde das sogenannte Geilenbergprogramm ins Leben gerufen.

Geilenbergs Aufgabengebiet umfasste die Sicherung der Treibstoffproduktion des 3.Reiches.

Die Bombardierung der Erdölindustrie traf die Luftwaffe besonders hart ,denn die deutsche Flugzeugindustrie erzeugte im Kriegsjahr 1944 mehr Jäger  als bis dato jemals zuvor.

Der "Jägerstab" trieb die Jägerproduktion auf einen absoluten Höhepunkt an.

Um der drohenden Katastrophe zu entgehen wurde somit der "Mineralölsicherungsplan" entworfen.

Die Treibstoffproduktion sollte auf zahlreiche kleine unterirdische Anlagen aufgespaltet werden.

Die Tarnbezeichnung/Decknamen dieser kriegswichtigen Einrichtungen  lautete:

Ofen I-XL

Verfahren: Destillation , Standort: Mitteldeutschland,Ostmark , Lage: Stollen im Berg,teilweise in Steinbrüchen,ungeschützt

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Wüste I-X

Verfahren: Ölschiefer-Verschwelung, Standort: Württemberg , Lage: In Schieferbrüchen, ungeschützt

Wüste XI-XV

Verfahren: Ölschiefer-Verschwelung, Standort: Württemberg-Schandelah, Lage: in Schieferbrüchen,ungeschützt

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Dachs I 

Verfahren: Schmierölraffinationsanlage , Standort: Porta Westfalica, Lage: Stollen im Berg

Dachs II

Verfahren: Schmierölraffinationsanlage, Standort: Ebensee a. Traunsee, Lage: Stollen im Berg

Dachs III

Verfahren: Schmierölraffinationsanlage, Standort: Deutsch-Brod., Lage: Stollen im Berg

Dachs IV

Verfahren: Schmierölraffinationsanlage, Standort: Osterode/Harz, Lage: Stollen im Berg

Dachs V

Standort: Willingen , (Sonst nichts weiter bekannt.) 

Dachs VI

Verfahren: Schmierölraffinationsanlage , Standort Moosbierbaum , Lage: Oberirdische Anlage

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Taube

Verfahren: Erdölcrackanlage, Standort: Ebensee a. Traunsee, Lage: Stollen im Berg

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Kuckuck

Verfahren: Hydrierung, Standort: Niedersachswerfen/Südharz, Lage: Stollen im Berg

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Rost I-V

Verfahren: Destillation, Standort: Mitteldeutschland u. Protektorat, Lage: Stillliegende Fabrikanlagen

Produktion"Rost" war nur vorgesehen bei Ausfällen der Produktionsanlagen "Ofen"

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Meise

Verfahren: Katalytisches Cracking, Standort: Niedersachswerfen/Südharz, Lage: Stollen im Berg

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Schwalbe I

Verfahren: Hydrierung, Standort: Oberrödinghausen im Sauerland, Lage: Stollen im Berg

Schwalbe II

Verfahren: Hydrierung, Standort: Niederkirchleite, Lage: Stollen im Berg

Schwalbe III

Verfahren: Hydrierung, Standort: Polenstal, Lage: Stollen im Berg

Schwalbe IV

Verfahren: Hydrierung, Standort: Heggen, Lage: Stollen im Berg

Schwalbe V

Verfahren: Hydrierung , Standort: Berg a.d. Elsterschleife, Lage: Stollen im Berg

Schwalbe VI  (Bis Mai 1945 nicht festgelegt)