Die Messerschmitt Me 262

Bergung ME-262 Nördlinger Ries

Die Bergung des Unteroffizier Wolfgang Severin nach 62 Jahren

Auf Befehl von Generalleutnant Adolf Galland flogen deutsche Jagdflugzeuge des Typs Me 262 des Jagdverbandes JV 44 am 8.April 1945 um 15:00 Uhr von München-Riem aus einen Angriff auf eine allierte Bomberformation ,welche im Raum Nördlingen einen Bombenangriff ausführten.

Gegen 15:30 Uhr wurde der deutsche Flugzeugführer Unteroffizier Wolfgang Severin durch feindliche Jagdflugzeuge von seiner Staffel abgedrängt und geriet mit den allierten Begleitschutzjägern des Typs P-47 Thunderbolt der 358th Fighter Group in einen Luftkampf.

Als er sich gerade in Abschußposition hinter einer feindlichen Maschine des Gruppenführers der 358th FG befand,wurde er selbst Opfer eines Abschusses.

Der allierte Pilot 1st.Lt. John J. Usiatynski setzte sich im Sturzflug mit erhöhten Fahrtüberschuß hinter Severin´s Maschine und schoß ihn unverzüglich ab,um damit seinen eigenen Gruppenführer vor einem Abschuß zu bewahren.

Laut Augenzeugen des Luftkampfes schlug Severin mit seiner 262 unter einem lauten Knall auf einen Acker bei Herblingen auf.

Man fand damals in der Nähe des Aufschlagtrichters sein Soldbuch sowie seinen Flugzeugführerschein,wodurch er dann sicher identifiziert werden konnte.

Am Samstag,den 4.August 2007 wurden dann die noch vorhandenen sterblichen Überreste Wolfgang Severin´s sowie die Wrackteile der Me 262 durch die Arbeitsgruppe Vermisstenforschung unter der Leitung von Herrn Uwe Benkel geborgen.Es lagen alle erforderlichen Genehmigungen vor.

Es wurden diverse Wrackteile gefunden,wie z.B. Teile der Turbine des Jumo 004, Teile des Fahrwerkes,der Reifen,der Panzerung sowie des mehrlagigen Kunststofftankes und eine Bordkanone.

Auch Blechteile des flugzeugrumpfes und der Tragflächen waren unter den Fundstücken dabei.

Nach Abschluß der Bergung fand eine kleine Andacht zum Gedenken des gefallenen Flugzeugführers an der Absturzstelle in Form eines Feldgottesdienstes statt.

Die sterblichen Überreste wurden zum Geburtsort Severins gebracht und seinen Angehörigen übergeben.

Wolfgang Severin fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof in Blankenburg/Harz und wurde im Kreise seiner Angehörigen und einiger Bergungsteilnehmer würdevoll bestattet.

Zum Gedenken an den Todestag Wolfgang Severin´s und der historische Zusammenhang mit der Geschichte des Dorfes Herblingen /Bayern pflanzten Angehörige Severin´s und Ortsansässige einen Friedensbaum.